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Flugsicherheit bei DC Aviation: Einblicke von dem Flight Safety Manager


  • Blick in das Cockpit von einem FLugzeug

Flugsicherheit ist ein zentrales Thema in der Luftfahrt, das weit über technische Systeme und moderne Flugzeuge hinausgeht. Sie erfordert kontinuierliches Training, sorgfältige Planung und ständige Überwachung. In diesem Blogbeitrag werfen wir einen Blick in die faszinierende Welt der Flugsicherheit durch die Augen eines Experten: des Flight Safety Managers von DC Aviation, Ronald Weber. In einem ausführlichen Interview berichtet er von seinen Erfahrungen, Erkenntnissen und den innovativen Maßnahmen, die DC Aviation ergreift, um höchste Sicherheitsstandards zu gewährleisten.


Was hat Sie dazu bewogen, Pilot zu werden, und wie sind Sie Flight Safety Manager bei DC Aviation geworden?

RW: Flight Safety Manager wurde ich 2008. Die Stelle war neu zu besetzen und unserem damaligen Flugbetriebsleiter war bekannt, dass ich mich sehr intensiv mit Flugunfällen auseinandersetzte und sehr viel Ausbildungserfahrung hatte. Er sprach mich an und ich sagte zu. 

Mein Vater war Segelflieger. Fliegen gehörte damit mehr oder weniger von Geburt an zu meinem Leben. Dennoch studierte ich zunächst Jura und arbeitete als Rechtsanwalt. Selbstverständlich wurde einer meiner Schwerpunkte das Luftverkehrsrecht. Die Beschäftigung mit Flugunfällen führt automatisch auch zu Flugsicherheits- und Ausbildungsthemen. 

Unfälle kann man unter anderem durch gute Ausbildung vermeiden. Ich erwarb diverse Lehrberechtigungen und bildete jahrelang Verkehrsflugzeugführer aus. 

Auch bei DC Aviation bin ich als Ausbilder tätig. TRI/TRE nennt sich das: Type Rating Instructor und Type Rating Examiner. Als Instructor darf man ausbilden, als Examiner darf man auch Checks abnehmen. Der große Vorteil für unsere Piloten ist dabei, dass ich unseren Flugbetrieb und die damit einhergehenden besonderen Anforderungen sehr gut kenne. Damit kann ich meinen Kolleginnen und Kollegen ein besonders effektives Training anbieten. Eine solide Basis für sicheres Fliegen.

 

DC Aviation geht über die gesetzlichen Anforderungen hinaus, um einen sicheren Flugbetrieb zu gewährleisten. Was ist eine der innovativsten Sicherheitsmaßnahmen, die das Unternehmen umgesetzt hat?

RW: Wir fliegen nach Standard Operating Procedures (SOP), wie es bei Linienflugbetrieben üblich ist. Das bedeutet, dass mehr oder weniger jeder Handgriff im Cockpit festgelegt ist. Es ist in allen Flugphasen klar, wer wann welchen Knopf drückt oder Hebel bedient. Es gibt eine klare Arbeitsteilung. Und das nicht nur im normalen Flugbetrieb, sondern auch dann, wenn besondere Situationen gegeben sind, wie beispielsweise Systemausfälle. Diese SOP helfen gerade dann, wenn es stressig wird und wir Menschen ja irgendwann mal an einen Punkt kommen, wo wir nicht mehr so richtig funktionieren, wo unsere Denkfähigkeit deutlich eingeschränkt ist. Wenn vorher in aller Ruhe nachgedacht und festgelegt wurde, wie man im Falle eines Falles sinnvoll handelt, dann führt das zu einer deutlichen Erhöhung der Sicherheit.

 

Regelmäßiges Training spielt eine wichtige Rolle für die Flugsicherheit. Was war das spannendste Training, das Sie je absolviert haben?

RW: Ich durfte vor einigen Jahren einen Kurs besuchen, bei dem es zum einen um Führungsverhalten für Ausbilder ging und um die Themen Bewertung und Beurteilung. Ein erfahrener Flugkapitän und eine Luftfahrtpsychologin leiteten diesen Kurs. Das war spannend. 

Spannend war auch meine Ausbildung zum Type Rating Instructor, die zum Teil im Simulator stattfand, aber auch auf dem Flugzeug. Mit dem Flugzeug simulierten wir damals unter anderem einen Emergency Descent. Das ist ein Manöver, welches nach einem Druckverlust geflogen werden muss, um schnellstmöglich von der Reiseflughöhe hinunter in eine Höhe zu kommen, in der man ohne Druckkabine überleben kann, denn bei etwa -55°C in 10000m Höhe können wir nicht überleben. Wir müssen da schnell runter. Das ist ein sehr ungewöhnliches Flugmanöver, das die meisten Kolleginnen und Kollegen nur aus dem Simulator kennen. Auch Triebwerksausfälle wurden auf dem Flugzeug simuliert. Alles viel aufregender und noch lehrreicher, als im Simulator.

 

Sicherheit ist ein ständiger Prozess. Wie hält man sich als Pilot und Flugsicherheitsbeauftragter über Sicherheitsprotokolle und -verfahren auf dem Laufenden?

RW: Es gibt verschiedene Portale, bei denen man sich anmelden kann und über die man über aktuelle Änderungen informiert wird. Zudem bin ich ständig auf den Internetseiten verschiedener Unfalluntersuchungsbehörden unterwegs und schaue, ob man aus den Vorfällen etwas lernen kann. Außerdem bekomme ich sicherheitsrelevante Reports unserer Mitarbeiter auf den Tisch und stelle mir auch hier, zusammen mit anderen Gremien, immer wieder die Frage, wo wir noch besser werden können.

 

Wie wichtig ist die Teamarbeit zwischen Cockpit- und Bodenpersonal für einen sicheren Flugbetrieb?

RW: Sehr wichtig! Wir machen einmal im Jahr ein sogenanntes CRM Training. Dabei geht es um gute Zusammenarbeit, um gute Kommunikation. Früher stand CRM für Cockpit Crew Resource Management, heute spricht man von Crew Resource Management, da es nicht nur um das Cockpit, sondern auch um das Kabinenpersonal und um Mitarbeiter am Boden geht. Ganz fortschrittlich betrachtet spricht man von Company Resource Management. Company, weil ich im Falle eines Problems während des Fluges vom Cockpit aus mit unserer Technik telefonieren und das Problem besprechen kann, um nur ein Beispiel zu nennen. Es geht letztendlich darum, durch das Einbeziehen aller verfügbaren Resourcen mit guter Kommunikation einen möglichst hohen Grad an Sicherheit zu generieren.

 

Welche persönlichen Erfahrungen haben Ihr Verständnis und Ihre Wertschätzung für die Sicherheit im Luftverkehr geprägt?

RW: Es passieren wenig Unfälle in der Fliegerei, aber wenn etwas passiert, hat es meist schwerwiegende Folgen. Ich habe zwei Freunde durch Flugunfälle verloren. Außerdem habe ich vier Abstürze mit eigenen Augen gesehen. Das ist noch mal etwas ganz Anderes, als nur davon zu lesen. Man muss alles daransetzen, Unfälle zu verhindern.

 

Zum Schluss: Was würden Sie Menschen sagen, die wenig über Flugsicherheit wissen oder sie vielleicht nicht genügend schätzen?

RW: Lassen Sie sich nicht von Zahlen täuschen. Wenn es am Ende heißt, es hat 0 Unfälle gegeben, bedeutet das nicht, dass alles sicher war. Vielleicht war es nur Glück! Sicherheit bedeutet mehr als nur Glück gehabt zu haben. Es bedeutet gute Ausbildung, sorgfältige Auswahl von Personal, gutes Training, gute Technik und wohl überlegte und durchdachte Verfahren, um nur einige Punkte zu nennen. 

Ja, Sicherheit kostet etwas mehr. Allerdings ist es sinnvoller, Sicherheit zu kaufen, als einfach nur Glück. Es lohnt sich!


Sicherheit im Luftverkehr ist das Ergebnis sorgfältiger Planung, rigoroser Ausbildung und kontinuierlicher Verbesserung. Unser Interview mit Ronald Weber zeigt, wie wichtig es ist, aus Erfahrungen zu lernen und proaktiv auf mögliche Gefahren zu reagieren. Mit innovativen Maßnahmen und einem starken Team, das nahtlos zusammenarbeitet, setzt DC Aviation neue Maßstäbe in der Flugsicherheit. Letztlich zeigt sich, dass Sicherheit mehr ist als die Abwesenheit von Unfällen - sie ist das Ergebnis von Wissen, Vorbereitung und dem unermüdlichen Streben nach Exzellenz.
 

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